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Turiner Grabtuch

Kardinal Meissner

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Betrachter der Ausstellung!

»Wir alle spiegeln mit enthülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wider und werden so in sein eigenes Bild verwandelt, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, durch den Geist des Herrn.«
(2 Kor 3,18)

Keine noch so kunstreiche Darstellung der Passion ist mit der Faszination  vergleichbar, die das Turiner Grabtuch auf den Betrachter ausübt.

Aus diesem Grund bin ich gerade im Zeitalter der Bilder und Medien den Maltesern und den beteiligten Experten sehr dankbar, dass sie in Zusammen-arbeit mit dem Erzbistum Köln eine faszinierende Ausstellung über das Turiner Grabtuch erstellt haben. Diese Wanderausstellung wird jetzt erstmals anlässlich des nationalen Eucharistischen Kongresses vom 5. bis 9. Juni 2013 in Köln der Öffentlichkeit präsentiert. 

Gerne und nachdrücklich unterstütze ich dieses Vorhaben der Initiatoren der Ausstellung »Tuch und Corpus – eine Ausstellung zum Turiner Grabtuch«, werden doch damit historisch fundierte, nachhaltig beeindruckende und  vertiefende Zugänge zum Glauben an Jesus Christus eröffnet. Das Verständnis der Passion Christi steht dabei im Vordergrund. Es  zeigt sich immer deutlicher, dass die Passionsberichte der Evangelien  dem auf dem Tuch sichtbaren  Menschen entsprechen, dem  »Ecce homo« des  Johannesevangeliums.  Kein Mensch kann bis heute bis in alle Details eine derartige Darstellung in  dieser Weise ›künstlich‹ nachstellen.

Auf unnachahmbare Art dokumentiert das Grabtuch darum die Erhabenheit und göttliche Würde unseres Erlösers, der uns darin auch mit seinem ›stillen‹ Antlitz entgegentritt, anschaut und berührt. Auch die altertümliche  Karsamstagspredigt erhält vor diesem Grabtuch eine besondere Stärke: »Was  ist geschehen? Heute herrscht auf der Erde eine große Stille, große Stille und  Einsamkeit. Große Stille, weil der König schläft ...

«Ich kann mir gut vorstellen, dass vermittels der Ausstellung und des besonders erfahrungsbezogenen Konzeptes sowie der begleitenden Materialien in Gemeinden, Bildungsstätten und Schulen eine engagierte und didaktisch gut aufberei-tete Glaubensvertiefung geführt werden kann. Dies wäre zugleich auch ein besonderer Akzent und Glaubensimpuls im „Jahr des Glaubens 2012/2013“,  das unser Papst Heiliger Vater Benedikt XVI. ausgerufen hat. Damals bezeichnete er die Ausstellung als eine günstige Gelegenheit, um jenes geheimnisvolle Antlitz zu betrachten, »das in der Stille zu den Herzen der  Menschen spricht und sie dazu einlädt, in ihm das Antlitz Gottes zu erkennen«.

Auf diese Weise und im Rahmen von Glaubensweitergabe und Neuevangelisierung können dann sowohl Jugendliche sowie Menschen aller Altersstufen sehr konkret und sinnlich angesprochen und zum Herrn geführt werden. Ich wünsche der Ausstellung und all denen Gottes Segen und viel Erfolg, die mit ihr kreativ und engagiert arbeiten, um »durch den Geist des Herrn« immer mehr »in sein eigenes Bild verwandelt« zu werden. 


Ihr
Joachim Kardinal Meisner, Erzbischof von Köln

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